Gregor Stemmrich : Zwischen Aktivismus und Kontemplation: Film im/als Feld von Oppositionen, 28.02.2004
Material
Video / DVD Medien
Anmerkungen
Das Filmemachen und mehr noch der Diskurs über das Filmemachen war in den 60er/70er Jahren geprägt von kategorialen Oppositionen: allen voran die von Cinema und Counter-Cinema; dann aber auch die zwischen selbstreflexiv-narrativem Avantgardefilm im Kontext des kommerziellen Kinos (Godard u.a.) und formalistisch-antinarrativem Avantgardefilm außerhalb dieses Kontextes; zwischen dem psychedelischem Pleonasmus des 'Expanded Cinema' und der rigiden Systematik des 'strukturellen Films'; zwischen Undergroundfilm und politisch motiviertem Dokumentarfilm; zwischen einer Thematisierung und Benutzung des Mediums im Kunstkontext und seinem Gebrauch außerhalb dieses Kontextes. Ihren gemeinsamen Ursprung haben diese diversen Praxisformen und Dichotomien in der Frage, wie ein Massenmedium als Kritik der Massenkultur Verwendung finden kann und welches unausgeschöpfte Potenzial diesem Medium beizumessen ist. Diese Frage ist heute so akut wie vor 30 Jahren. Aber das Feld der Oppositionen ist kollabiert. Ausgehend von verschiedenen Bezugspunkten geht der Vortrag Fragen nach, die diesen historischen Prozess und seine diversen Bedingungen betreffen. Gregor Stemmrich ist Professor für Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts/Schwerpunkt Gegenwart an der Hochschule für Bildenden Künste Dresden. Er konzipierte 2001 das Symposium 'eine andere Kunst - ein anderes Kino' (Berlin). Publikationen (Auswahl): Minimal Art. Eine kritische Retrospektive (Hg., 1995), Jeff Wall. Szenarien im Bildraum der Wirklichkeit (Hg., 1997) und Kunst/Kino (Hg., 2001).