Peter Gidal : Zeit der Materie (bzw. Zeit für Material), 28.02.2004
Material
Video / DVD Medien
Anmerkungen
Materialität und Prozess sind die zeitbedingten Gegebenheiten, die unerlässlich sind zur experimentellen Filmarbeit der Co-op und meiner Arbeiten in den 60er und 70er Jahren. ... Der Augenblick, der immer schon - obwohl präsent - verloren ist, ist für die Wahrnehmung des Films eine unendliche Problematik des Sehens und des Glaubens, der "Wahrheiten" des bewussten und unbewussten Erkenntnisversuchs und deren Unmöglichkeit(en). ... Prozess und Materialität sind also nicht empirisch eindeutig, sondern im Gegenteil von Moment zu Moment existent, doch undarstellbar. ... Die gleichzeitige Subjektivität der ZuschauerInnen von Augenblick zu Augenblick ist immer verfangen in dieser Dialektik der Versuche und deren Unmöglichkeiten ... alle Identifikationen 'natürlich(e)' Illusion. ... Aber die materielle Filmarbeit macht diese Unentbehrlichkeit entbehrlich ... in einer Zeit, die schon längst vergangen ist, sobald sie erlebt ist. Peter Gidal ist Filmemacher und Filmtheoretiker. Er gestaltete seit 1967 über 30 Experimentalfilme und gilt als einer der Hauptvertreter des britischen Strukturellen Films. Er ist Autor von Theory and Definition of Structural/Materialist Film (1974-5, Studio International). Publikationen (Auswahl): Andy Warhol: Films and Paintings (Studio Vista, 1971), Understanding Beckett: Monologue and Gesture (Macmillan, 1986), Materialist Film (Routledge, 1989). In Kürze erscheint: Against Metaphor.