Birgit Hein : Jenseits von Narrativität, 28.02.2004
Material
Video / DVD Medien
Anmerkungen
Narrativität als Sprache des Films wird bis heute von den traditionellen Erzählformen des Spielfilms bestimmt. Deren Analyse in der Filmtheorie orientiert sich am Vorbild linguistischer Modelle (Eco, Metz). In Abgrenzung dazu wird der strukturelle Film der 60er und 70er Jahre, der das Medium als visuelles System, mit seinen Eigenschaften und dem Material reflektiert, als nicht-narrativ verstanden. Nicht-narrativ ist jedoch nicht gleichbedeutend mit nicht- gegenständlich oder nicht-inhaltlich. So führt die Auseinandersetzung mit der Problematik der Erzählung unter anderem auch dazu, die Linearität der kausalen Abfolge als Ausdruck autoritärer Systeme zu erkennen ('Filme jenseits der Sprache und Macht', Peter Weibel). In diesem Sinne erweisen sich die non-linearen Strukturen eher als Erweiterung des Narrativen, die neue Erzählformen und Bildsprachen ermöglichen, um Inhalte zu vermitteln, die dem zeitgenössischen Denken entsprechen. Als Ausgangspunkt für meine Auseinandersetzung mit dem Thema beziehe ich mich auf die besondere Position des Films in Theorie und Praxis von Happening und Fluxus und die daraus folgende Thematik des strukturellen Films im Zusammenhang der bildenden Kunst. Birgit Hein ist Filmemacherin und Filmwissenschaftlerin. Experimentalfilme und Performances von 1966–1989 mit Wilhelm Hein. 1968 Mitbegründerin von XSCREEN, einer der ersten Vorführstätten für Avantgarde- und Experimentalfilm in Deutschland. Seit 1971 zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Film als Kunst (u.a. Film im Underground 1971, Film als Film 1977, zus. mit Wulf Herzogenrath). Seit 1990 Professorin für Film und Video an der HBK Braunschweig und Autorin von dokumentarischen Filmessays.